Buchkritik: „Star Wars – Erben des Imperiums“

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Ich verrate mal ein kleines Geheimnis vorab: Ich konnte nie besonders viel mit Star Wars anfangen. Die Filme haben mir zwar gut gefallen, aber so richtig packen konnten sie mich auch nicht. Trotzdem bis ich ziemlich gespannt auf die neuen Filme und Spiele, die in Zukunft erscheinen werden. Denn ob man Star Wars nun mag oder nicht, man muss zugeben, dass sie einen enormen Einfluss auf die Geek-Kultur und auf Science Fiction haben. Also habe ich es drauf ankommen gelassen und mich an die Expanded Universe Bücher heran getraut. Den Anfang machte ich mit „Star Wars – Erben des Imperiums“ von Timothy Zahn.

Der Beginn der sogenannten Thrawn-Trilogie setzt wenige Jahre nach „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ an und kann eigentlich als eine Art „Episode VII“ angesehen werden. Das Imperium wurde zwar in Episode VI geschlagen, doch ganz besiegt ist es dann doch nicht. Großadmiral Thrawn schart die Reste des Imperiums um sich und heckt einen Plan aus, um der neuen Republik den Gar aus zu machen. Dies soll unter anderem mit der Hilfe eines vergessenen Sith-Lords, versteckten Geheimwaffen des Imperiums und einem äußerst nützlichen Mittel gegen die Macht geschehen
Es ist bereits mehr als 20 Jahre her, dass dieses Buch erschienen ist, und dennoch wirkt es beim Lesen sehr modern. Die Spannungsbogen sind beinahe perfekt miteinander verflochten, der Schreibstil schnell und flüssig. Längen ergeben sich kaum welche und es ist geradezu bemerkenswert, wie gut Timothy Zahn es schafft, die aus den Filmen bekannten Helden im Roman zu übernehmen und logisch einzubinden. Keine Dialogzeile wirkt hier abwegig, es ergeben sich keine wesentlichen Konflikte mit der Darstellung aus den Filmen. Genau dies finde ich sehr faszinierend, denn normalerweise geht etwas bei einer Umsetzung eines Stoffes in einem anderen Medium verloren. Dies scheint hier nicht der Fall zu sein. Zwar fehlt es dem Buch etwas an stilistischer Tiefe oder Einzigartigkeit, doch dieses weglassen stellt sich in den Dienst einer schnörkellos schnellen Erzählung, die dem Tempo der Geschichte gerecht wird. Neue Figuren wie Thrawn und Mara Jade stellen eine gute Ergänzung dar und fügen sich beinahe nahtlos in das Universum ein.
Die Jubiläumsausgabe kann ich übrigens ganz besonders empfehlen, ist sie doch mit zahlreichen Kommentaren des Autoren versehen. Diese geben einen Einblick in die Art und Weise, wie verschiedene Passagen und Handlungsverläufe entstanden sind. Das ist vor allem für einen jungen Autoren interessant, der sich das eine oder andere von erfahrenen Autoren abschauen will, doch auch verschiedene „Was wäre wenn“-Szenarien ergeben sich hier. Natürlich wird auch auf die verschiedenen Kanon-Fragen eingegangen, ist das Buch ursprünglich vor der Prequel-Reihe erschienen. Dadurch sind einige Plotinterne Konflikte entstanden, die aber zum Glück nichts an der Qualität dieses Buches ändern.

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